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Klostergeschichte - Benediktinerinnen Osnabrück

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BENEDIKTINERINNEN OSNABRÜCK
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Benediktinerinnen Osnabrück
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Klostergeschichte

Über uns > Ursprung
Das Kloster der Benediktinerinnen in Osnabrück wurde im Jahr 1854 auf Initiative des französischen Klosters Boulogne-sur-Mer gegründet, das an der Küste des Ärmelkanals, rund 18 Kilometer südlich von Calais, liegt. Damit knüpfte man bewusst an eine alte monastische Tradition an: Bereits seit der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts hatte auf dem Gertrudenberg ein Benediktinerinnenkloster bestanden, das jedoch im Zuge der Säkularisation durch den Reichsdeputationshauptschluss am 25. Februar 1803 aufgehoben worden war. Die letzte Schwester dieses früheren Klosters war einige Jahre vor der Neugründung verstorben.
Die ersten sechs Schwestern des neuen Konvents kamen aus dem französischen Kloster Saint-Omer, etwa 21 Kilometer südöstlich von Calais. Im Januar 1855 schlossen sich ihnen vier weitere Schwestern an. Zunächst fanden die Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament Unterkunft in einem Haus am Kamp Nr. 5 in Osnabrück. Am 8. Dezember 1854 weihte Weihbischof Carl Anton Lüpke die Hauskapelle unter dem Titel der Unbefleckten Empfängnis Mariens. Zugleich übertrug er den Schwestern die Leitung der 1810 gegründeten katholischen Höheren Töchterschule mit angeschlossenem Internat.
Die Anfangsjahre des neuen Klosters waren von großen Entbehrungen geprägt. Die finanziellen Mittel reichten kaum aus, um Heizmaterial zu beschaffen oder das Haus angemessen auszustatten. Bereits nach wenigen Monaten gelang es dem Konvent jedoch, ein größeres Gebäude am Neuen Graben Nr. 10 zu erwerben, das am 21. April 1855 eingeweiht wurde. Im Jahr 1859 wurde das Kloster zum Priorat erhoben.
Am 5. September 1862 erhielt das Haus besonderen Besuch: König Georg V. von Hannover, der seit seiner Jugend erblindet war, kam ins Kloster. Der für seine Leutseligkeit bekannte Monarch zeigte großes Interesse und Wohlwollen gegenüber der Gemeinschaft, obwohl er selbst evangelisch war.
Im Jahr 1865 übergaben die Benediktinerinnen ihre Schule an den Orden der Ursulinen. Vier Jahre später gründete der Konvent sein erstes Filialkloster in Eisleben unter dem Namen „Neu Helfta“. Der Name erinnerte an das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Helfta, in dem drei bedeutende Frauen des Mittelalters wirkten: Mechthild von Magdeburg, die selige Mechthild von Hackeborn und die heilige Gertrud die Große. Das historische Klostergelände von Helfta liegt unweit von Eisleben und ist heute eine Begegnungsstätte.
Nach der Reichsgründung von 1871 begann in Deutschland der sogenannte Kulturkampf, der vor allem unter Reichskanzler Otto von Bismarck und dem preußischen Kultusminister Adalbert Falk vorangetrieben wurde. Er richtete sich gegen die katholische Kirche und insbesondere gegen die Ordensgemeinschaften. Mit dem Ordensgesetz vom Mai 1875 wurden alle geistlichen Orden in Preußen verboten – mit Ausnahme der krankenpflegenden Gemeinschaften. Auch die Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament mussten Osnabrück verlassen.
Die Schwestern fanden zunächst Aufnahme im Franziskanerinnenkloster in Oldenzaal in den Niederlanden. Die Vermittlung hatte Generalvikar Dr. Bernhard Höting übernommen. Am 18. August 1876 konnten die Benediktinerinnen ein eigenes Haus vor den Toren Oldenzaals beziehen. Während der Zeit des Exils erfuhren sie sowohl von Erzbischof Ignatius Schaepman von Utrecht als auch von der Bevölkerung Osnabrücks große Unterstützung.
Das holländische Exil erwies sich für die Gemeinschaft als außerordentlich fruchtbar. Von Oldenzaal aus wurden fünf neue Klöster in den Niederlanden gegründet. Zudem besiedelten die Schwestern die Klöster in Dülmen und Vinnenberg neu und gründeten ein weiteres Haus in Varensell bei Wiedenbrück.
Nach dem Ende des Kulturkampfes erhielten die Benediktinerinnen im sogenannten Drei-Kaiser-Jahr die Erlaubnis zur Rückkehr nach Osnabrück. Am 7. Dezember 1888 wurde diese offiziell erteilt. Zwei Jahre später, 1890, teilte Priorin Windhoff dem Erzbischof von Utrecht mit, dass ein Teil des Konvents nach Osnabrück zurückkehren solle, während der andere Teil in Oldenzaal verbleiben würde.
Am 28. Oktober 1896 begann der Bau des neuen Klosters in Osnabrück auf dem Gelände der ehemaligen „Nobbenburg“ am Hasetorwall. Finanziert wurde das Bauvorhaben durch den Verkauf der Klostergebäude in Eisleben sowie durch großzügige Spenden aus der Osnabrücker Bürgerschaft. Der Neubau wurde im neuromanisch-basilikalen Stil errichtet und verlieh der Gemeinschaft einen dauerhaften Ort des Gebets und des klösterlichen Lebens.
In den Jahren von 1899 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs erlebte das Kloster eine Zeit des Aufschwungs. Bischof Hubertus Voß begleitete die Gemeinschaft wohlwollend und förderte sie gemeinsam mit engagierten Förderern. Viele junge Frauen fanden in diesen Jahren ihren Weg in den Konvent. 1904 schlossen sich zudem drei deutsche Mitschwestern aus dem inzwischen aufgehobenen Mutterkloster des Ordens in Boulogne-sur-Mer der Gemeinschaft in Osnabrück an.
Das kontinuierliche Wachstum machte bereits 1910 eine Erweiterung des Klostergebäudes erforderlich. In dem neu errichteten Anbau fanden das Refektorium, die Paramentenwerkstatt sowie zwölf weitere Wohnzellen Platz und schufen so Raum für das wachsende gemeinschaftliche Leben.
In der Zeit des Nationalsozialismus geriet das Kloster zunehmend unter Druck. Ab dem Jahr 1936 traten die ersten schwerwiegenden Einschränkungen auf. Um einer drohenden Beschlagnahmung durch die Gestapo zuvorzukommen, wurde das Kloster von der deutschen Wehrmacht in Anspruch genommen. Diese richtete in den Räumen des Hauses eine Zweigstelle ihres Sanitätsparks ein. Die Schwestern wurden verpflichtet, dort als Mitarbeiterinnen tätig zu sein und standen fortan im Dienst der Wehrmacht.

Schon ab 1942 führten Bombenangriffe zu ersten Schäden am Klostergebäude. Der schwerste Einschnitt ereignete sich am 13. September 1944: Bei einem Luftangriff wurde das Kloster zu etwa einem Drittel zerstört. Zwei Schwestern und eine Zivilperson kamen dabei ums Leben, eine weitere Schwester wurde verletzt. Der verbliebene Teil des Gebäudes war so stark beschädigt, dass er nicht mehr bewohnbar war. In der Folge sah sich der Großteil der Gemeinschaft gezwungen, das Kloster zu verlassen.
Nach dem Ende des Krieges ging der Wiederaufbau des Klosters nur langsam voran, da es an nahezu allem fehlte. Erst nach einer Visitation durch Erzbischof Wilhelm Berning, der die schwierigen Zustände deutlich benannte, kam neue Bewegung in das Vorhaben. Er beauftragte Kaplan Helmut Hermann Wittler mit der seelsorglichen und praktischen Begleitung der Gemeinschaft. Durch dessen engagierten Einsatz konnten dringend benötigte Baumaterialien beschafft werden.

Der Grundstein für den Neubau der Hauskapelle wurde am 31. Juli 1953 gelegt und von Erzbischof Berning gesegnet. Bei Ausgrabungen unter dem Hochaltar stieß man dabei auf eine lateinische Urkunde aus dem Jahr 1898. Die feierliche Einweihung der neuen Kapelle erfolgte am 11. Juli 1954. In den folgenden Jahren konnte auch der Wiederaufbau der übrigen Klosteranlage abgeschlossen werden.
Im Jahr 1992 machten umfangreiche Renovierungsarbeiten an den Innenräumen des zweiten Stockwerks eine grundlegende Umgestaltung zweier Gebäudeflügel notwendig. Seitdem stehen dort auch Räume für Gäste des Klosters zur Verfügung.

Heute führen die Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament in Osnabrück verschiedene Werkstätten: eine Hostienbäckerei, eine Paramentenwerkstatt sowie einen Arbeitsraum, in dem Kerzen für besondere Anlässe in künstlerischer Handarbeit gestaltet werden.
Das Kloster besteht aus vier Gebäudeflügeln, die einen Kreuzhof umschließen. Verbunden sind die einzelnen Flügel durch einen Kreuzgang, der das klösterliche Geviert erschließt. Im Westflügel befinden sich drei große, kunstvoll holzgeschnitzte Kreuzwegstationen. Von hier aus versammeln sich die Schwestern zum gemeinsamen Einzug in die Kapelle. Der rückwärtige Gebäudeflügel ragt an beiden Giebelseiten über das Geviert der übrigen drei Flügel hinaus.

Der Rundturm, der vor der Zerstörung des Klosters im Zweiten Weltkrieg an einer Ecke zwischen zwei Flügeln stand, wurde beim Wiederaufbau in den Kreuzhof versetzt. Sein ursprüngliches, charakteristisches Spitzdach erhielt er dabei nicht zurück. Zum Kloster gehören außerdem mehrere Nebengebäude, die die Gesamtanlage ergänzen.



Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament Osnabrück
Gottesdienste

Werktags
Laudes & Terz: 05:55 Uhr
Eucharistiefeier: 7 Uhr
Mittagshore: 11:30 Uhr
Vesper: 17 Uhr  
Komplet: 19:30 Uhr
Klosterpforte Öffnungszeiten

Werktags

von 08:00 bis 12 Uhr
von 15  bis 16:30 Uhr
Samstag
von 08:00 bis 12 Uhr

Sonn- und Feiertage
von 09:00 bis 12 Uhr
Hasetorwall 22, 49076 Osnabrück, Telefon: +49 541 60009770, kloster[at]osb-os.de
Hasetorwall 22, 49076 Osnabrück,
Telefon: +49 541 60009770, kloster[at]osb-os.de
Hasetorwall 22, 49076 Osnabrück,
Telefon: +49 541 60009770, kloster[at]osb-os.de
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Telefon: +49 541 60009770, kloster[at]osb-os.de
Gottesdienste

Samstags
Komplet und
Vigilien: 19 Uhr

Sonntags
Laudes und Terz: 06:25 Uhr
Eucharistiefeier: 07:30 Uhr
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